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Unterwegs – Ein photgraphischer Reiseblog

Im Dschungel – Cuc Phuong Nationalpark

Es hat entweder genieselt oder war auch ohne sichtbare Tropfen einfach nur feucht und kalt. Was sich erst einmal nach etwas anhört auf welches man gut verzichten könnte, war trotz oder wegen dem allem ein sehr intensives und einprägendes Erlebnis. Mitten im Nationalpark Cuc Phuong als einziger Gast in einer in die Jahre gekommenen kleinen Bungalowanlage mit dem sozialistischen Charme der 60er Jahre, umgeben vom Regenwald und seinen tausend Stimmen. Dazu des Nachts eine Dunkelheit deren einzige Lichtverschmutzung vom Liebestanz der Glühwürmchen herrührt.

Der Cuc Phuong ist Vietnams ältester und sechstgrößter Nationalpark, von Ho Chi Minh 1962 gegründet, um das vietnamesische Volk daran zu erinnern das die Natur ihre Zukunft schützt….und das mitten in einem verheerenden menschenverachtenden Krieg! Ein Grund mehr für mich diesen besonderen Ort aufzusuchen und so ging es, von Tam Coc angereist, erst mal zum Headquarter am Rand des Nationalparks.

Im Park gibt es drei verschieden Orte an denen man eine Unterkunft mieten kann. Direkt am HQ, an einem künstlich angelegten See ca. 2 km vom HQ entfernt oder mitten drin im Park Center, 20 Km tief im Regenwald. Ich habe mich natürlich für mitten rein entschieden.

Um dort hinzugelangen musste ich, mit den gemieteten Motorroller, bei Nieselregen auf einer Betonpiste quer durch den Dschungel zum Center fahren. Ein Ort der seine besten Jahre lange hinter sich hat und wo der Dschungel hart daran arbeitet ihn sich zurück zu erobern. Eine Anlage auf einer Lichtung umgeben von dichten Dschungel, mit ca. 10 Bungalows, einem hölzernen Stelzenhaus und einem verwaisten Swimmingpool. Alles sehr surreal, recht heruntergekommen und vielleicht gerade deshalb auch mit soviel Charme behaftet.

Weniger schön war das der sehr spartanisch und sachlich eingerichtete Bungalow den ich gemietet habe bei den vorherrschenden Temperaturen kalt, klamm und muffig war. Strom gab es nur von 17-20 Uhr, das wusste ich vorher und man kann halt nicht alles haben.

Dafür hatte ich Nachts eine absolute Dunkelheit und eine Soundkulisse die einfach einmalig war. Und so habe ich des Abends dick eingepackt auf meiner Terrasse gesessen, den Glühwürmchen zugeschaut und den Stimmen des Waldes zugehört…wunderschön und nicht in Bildern festzuhalten.

Am Morgen habe ich mich dann auf einen der wenigen Pfade die man auch ohne Führer gehen kann begeben…hinein in den Dschungel. Es war anstrengend aber wunderschön. Man glaubt ja gar nicht wieviel Grüntöne es gibt und wer schon einmal vor einem Urwaldriesen gestanden hat, dessen Krone kaum noch auszumachen ist, der weiß wovon ich spreche, wenn ich sage das einen dann die Ehrfurcht packt.

…und das alles ist einmal wieder nicht wirklich in Bildern festzuhalten, doch hier der vorsichtige Versuch.

 

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